|
Inzwischen werden
diese Elemente von fernsehbekannten Persönlichkeiten übernommen.
Die Präsentation der Show liegt im dritten Jahr in Folge bei
Bubber und Malene Qvist. Er ist TV-oderator, sie Sängerin. Mit
unterhaltsamen Plaudereien und Gesang begleiten sie uns durch
den Nachmittag. Sie sind die Sympathieträger der Vorstellung und
haben sicher eine nicht unwesentliche Anziehungskraft. Das Duo
passt wunderbar in den Rahmen und bildet eine harmonische
Einheit mit dem hier gepflegten klassischen Großcircus.

Malene Qvist und Bubber
So zeigt sich der
Cirkus Arena auch von außen. Das rote Viermastzelt steht an
diesem Freitag auf dem Rasenplatz in Charlottenlund, unweit der
City von Kopenhagen, direkt am Meer. Restauration und
Kassenwagen sind davor locker platziert. Rings um das Chapiteau
finden sich die Wohn- und Materialwagen. Dazwischen das Tierzelt
der Familie Donnert. Deren drei Pferde bilden in dieser Saison
den gesamten Tierbestand. Im Vergleich zum Vorjahr reduziert
wurde auch die musikalische Live-Begleitung der Show. Statt
einer Band sitzt jetzt ein Schlagzeuger in der oberen Etage des
Artisteneingangs. Er spielt gemeinsam mit der Musik aus der
Konserve, was erstaunlich harmonisch klingt. Das Licht sorgt
ebenfalls für eine schöne Unterstützung des Geschehens in der
Manege. Die beweglichen Spots werden wieder durch die Artisten
selbst gesteuert, welche an ihren Kostümen die entsprechenden
Sender tragen.
  
David
Hammarberg, Juan Pablo Martinez, Michael Alves
Bereits beim
Einlass steht ein aufblasbares Circuszelt in der Manege, die für
den ersten Teil mit einem Holzboden ausgelegt ist. Auf der
Rundleinwand werden zu Beginn der Show Impressionen aus der
Geschichte des Cirkus Arena eingespielt. Danach versucht Bubber,
seinen Platz im Spotlight zu bekommen, doch der Lichtkegel
bewegt sich zwischen mehreren Positionen. Schließlich gelingt es
ihm, das Licht in einem Eimer einzufangen und das gesamte
Chapiteau zu erleuchten. Damit kann die erste Darbietung
starten. Sie gehört David Hammarberg, der seit 2023 bei Arena
ist. In diesem Jahr zeigt er seine Bungee-Akrobatik unter der
Kuppel. In einem fantasievollen Kostüm wagt er raumgreifende
Sprünge, die ihren Ausgangs- und Zielpunkt an einer Trapezstange
haben. Ein schwungvoller Auftakt, bei der der sympathisch
lächelnde Artist durch den Gesang von Malene Qvist begleitet
wird. Während der nächsten Darbietung fungiert die blonde
Entertainerin als Assistentin. Nämlich dann, wenn sie Juan Pablo
Martinez die Tischtennisbälle reicht, welche dieser mit dem Mund
in die Luft schnalzt und auch wieder auffängt. Zuvor zeigt der
Jongleur bereits seine Fertigkeiten mit Keulen. Zum Finale
seines Acts jongliert er mit Sombreros und wagt so auch eine
Runde durch die Zuschauerreihen. Dabei heizt er die Stimmung
ordentlich an und bringt die Lebensfreude Mexikos in den Norden
Europas. Zwei Herren erscheinen in einem der Aufgänge des
Gradins und wünschen den Herrn Direktor zu sprechen. Als Bubber
ihnen mitteilt, dass dieser nicht da sei, gehen sie wieder, um
kurz darauf nach einem weiteren Mitglied des Circusteams zu
fragen. So geht das Spiel immer weiter, bis die beiden samt
Artistengepäck letztendlich in der Manege landen. Bei dieser
Version von „Abladen Aufladen“ erleben wir den langjährigen
Clown des Unternehmens, Jimmy Folco, zusammen mit seinem neuen
Partner Michael Alves. Letzterer darf auch eine Sequenz seiner
Arbeit an der freistehenden Leiter zeigen. Jimmy Folco wiederum
beweist bei der Jonglage von Hühnereiern Humor. Ein herrlicher
Spaß, bei dem Bubber gute Miene machen muss.
  
Christofer
Eötvös und Partnerin, Alfons Donnert, Kelly Folco
Zum Cirkus Arena
zurückgekehrt ist Christofer Eötvös, um uns erneut mit
Großillusionen zu verblüffen. Im vergangenen Jahr war er sowohl
im Reisegeschäft zu erleben als auch im Cirkusland in Slagelse,
welches in dieser Saison nicht geöffnet ist. Vier Tricks sind
es, mit denen uns der Magier und seine drei Girls zum Staunen
bringen. Die Klassiker werden elegant vorgeführt, dazu tragen
die Akteure edle Kostüme. Beim letzten Kunststück entsteigen am
Ende alle Damen einer Kiste, in der zunächst eine von ihnen
Platz genommen hatte, um von mehreren Stäben durchbohrt zu
werden. Die Familie Donnert ist in diesem Programm nicht nur mit
Reiterei vertreten, sondern ebenfalls mit Jonglage. Dafür sorgt
Alfons, der geschickt bis zu zwei Diabolos auf einer Schnur
zwischen zwei Handstäben tanzen lässt. Natürlich schickt er die
Doppelspulen auch auf variantenreiche Touren durch die Luft. Als
Kraftmenschen produzieren sich sodann Jimmy Folco und Michael
Alves in rot-weiß gestreiften Trikots. Das Sprengen von
Eisenketten bereitet ihnen ebensowenig Schwierigkeiten wie das
Verbiegen von äußerst massiven Kleiderbügeln aus Metall. Nur bei
der Jonglage von schweren Kugeln passiert ein Malheur. Der am
Kopf getroffene Jimmy Folco geht zu Boden. Natürlich ist alles
ein großes Spektakel, bei dem auch ein Puderbeutel zum Einsatz
kommt. Auf eine längere Sequenz mit Bubber und Malene Qvist
folgt die Pausennummer. In dieser begeistert Kelly Folco mit den
unterschiedlichsten Facetten der Einradakrobatik. Ihre
Requisiten werden dabei immer größer. Sie startet auf einem
kleinen Rad, mit dem sie eine Treppe hinunter fährt und
anschließend wieder hinauf hüpft. Oben angekommen springt sie
auf einem Podest Seil. Länger ist die Stange zwischen Rad und
Sattel bei dem Exemplar, auf dem sie Tassen und Teller im
Wechsel mit dem Fuß in die Luft kickt, um sie auf dem Kopf
aufzufangen. Gar 18 Meter hoch ist das aus mehreren Rädern
übereinander bestehende Gefährt, auf dem Kelly Folco ihre
Abschiedsrunde dreht. Diese starken Leistungen präsentiert die
Spanierin sehr überzeugend und charmant im Stil ihrer Heimat.
  
Truppe
Donnert, Gabriel Dell'Acqua, Duo Costache
Die Reiterei der
Donnerts eröffnet den zweiten Teil, welcher auf Sägemehl
gespielt wird. Zwei Reiter und eine Reiterin werden von zwei
Tänzerinnen in einheitlichen ungarischen Kostümen unterstützt.
Die Tricks sind in eine schöne, lebendige Choreographie
eingebunden. So gibt es etwa den Salto auf einem Pferd und den
Salto von Pferd zu Pferd. Den effektvollen Abschluss bildet die
Stehendreiterei mit einer großen dänischen Fahne. Gabriel
Dell'Accqua ist erneut beim Cirkus Arena engagiert und hat seine
zehnjährige Schwester Sara mitgebracht. Beide haben sich der
Equilibristik verschrieben. Sie arbeitet in der gemeinsamen Kür
im vorderen Bereich der Manege auf drei Handstäben, er weiter
hinten auf zwei. Sowohl gemeinsam als auch im Wechsel zeigen sie
ihre akrobatischen Posen auf zwei Händen oder einer. Sara
bezieht dabei einen silbernen Ball ein. Sehenswerte
Handstandvariationen sorgen für Staunen, wobei der sechs Jahre
ältere Gabriel natürlich die stärkeren Momente beisteuert.
Idealerweise hätte man ihm auch einen fulminanten Schlusspunkt
überlassen. Immer wieder neu erfindet sich das Duo Costache. In
diesem Jahr nehmen sie uns mit ins Tierreich. Vita ist die
Raupe, aus der am Ende ein Schmetterling wird, Leo die Spinne im
Netz. Letzteres dient als Requisit für ihre Luftakrobatik, bei
der sie vor allen Dingen die Kraft ihrer Zähne beweisen. So hält
sich etwa Leo mit dem Gebiss am Netz fest, während Vita an zwei
am Kostüm ihres Partners befestigten Bändern Umschwünge zeigt.
Aber auch Vita hat starke Zähne. Wenn sie mit diesem am Netz
hängt, hält sich Leo mit dem Gebiss an einer Schlaufe fest, die
an einem ihrer Füße angebracht ist. So erzählt das Duo eine
fantasievolle Geschichte.
 
Michal
Alves, Jimmy Folco und Bubber, Azzario & Medini
Ihre ganz eigene
Variante des Wasserentrees führen Jimmy Folco und Michael Alves
mit Unterstützung von Bubber auf. Dabei muss sich einer der
Akteure eine Münze auf die Stirn legen lassen und sie durch
Senken des Kopfs in einen Trichter mit kurzem Schlauch daran
auffangen. Der Schlauch wird in den Hosenbund gesteckt. Während
sich der Mitspieler auf die Münze konzentriert, versucht ihm
einer der Partner über den Trichter Wasser in die Hose zu
schütten. Beim ersten Versuch geht alles nach Plan: Bubber sorgt
dafür, dass das Beinkleid von Jimmy Folco nass wird. Als
nächstes Opfer suchen sich die beiden Michael Alves aus. Doch
dabei gerät die Situation vollkommen außer Kontrolle. Immer
größer werden die Gefäße, mit denen Jimmy Folco das Wasser
herbeischafft, um seinen Clownspartner in Mitleidenschaft zu
ziehen. Am Ende kommt sogar ein Wasserschlauch zum Einsatz. Als
Schlussnummer erleben wir eine Weltpremiere. Die Equilibristin
Quincy Azzario und der Rola-Rola-Akrobat Rubel Medini sind nicht
nur privat ein Paar, sondern präsentieren seit dieser Saison
auch ihre gemeinsame Darbietung im Scheinwerferlicht. Dabei
haben sie ihre beiden Disziplinen zusammengeführt. Sprich, wir
erleben Partnerakrobatik auf schwankender Basis. Im Kopf auf
Kopf balancieren die beiden nicht nur auf Brett und Walze,
sondern Rubel trägt seine Partnerin in dieser Position auch eine
Treppe hinunter und hinauf. Faszinierend ebenfalls der
Schlusstrick, bei der der auf einer Rola Rola stehende Rubel ein
Brett auf dem Kopf hält. Darauf eine weitere Walze mit Brett,
auf dem Quincy einen Handstand zelebriert. Natürlich stimmt die
Verpackung ebenfalls. Kostüme und Musik sind sehr geschmackvoll
und werten den Auftritt genauso auf wie der professionelle
Verkauf. Zwei Vollblutartisten eben, die mit ganzem Herzen bei
der Sache sind. Es folgt das ausführliche Finale mit dem
gesamten Ensemble. |